Schröpfen in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

Eine über 5000 Jahre bewährte Heilmethode die auch in Europe weit verbreitet war

Die alte und bewährte Methode Schröpfen (chinesisch (Báguànfǎ) wurde schon vor über 5000 v. Chr. in China erfolgreich angewanndt. Aber auch in Europa ca. 3300 v. Chrs. in Mesopotamien war das Schröpfen weit verbreitet und von griechische und ägyptische Ärzte im klassischen Altertum praktiziert.

Die theoretische Grundlage in der Traditionellen Chinesischen Medizin basiert auf der theoretischen Grundlage von einer Stagnation von Säften, Blut und Qi im Körperinneren. Diese drei Vitalsubstanzen können durch das Schröpfen wieder aktiviert und ausgeglichen werden. Aber auch bei Erkältungen ist das Schröpfen im Sinnen von Stärken des Qi und dem ausleiten pathogener Faktoren äußerst wirksam.

Beim Schröpfen wird in sogenannten Schröpfgläsern oder Schröpfköpfen ein Unterdruck erzeugt. Diese Schröpfgläser werden direkt auf die Haut gesetzt. Der Unterdruck wird üblicherweise dadurch erreicht, dass die Luft im Schröpfkopf erhitzt und dieser sofort auf die Haut des Patienten gesetzt wird. Das Erhitzen erfolgt durch einen in Alkohol getauchten Wattebausch oder ein Stück Baumwollstoff, die jeweils angezündet werden. Alternativ kann der Unterdruck durch eine Absaugvorrichtung im Schröpfglas erzeugt werden.

Die Lage der Schröpfstellen wird sorgfältig ausgewählt und orientiert sich am Verlauf der Meridiane, an Akupunkturpunkten und am Tastbefund (Myogelosen/muskuläre Verhärtungen).
Lokal entsteht durch das Saugen beim ein schmerzfreies Hämatom, das nach 3-6 Tagen wieder verschwindet.

Arten des Schröpfens

Schröpfkopfmassage
Bei der Schröpfkopfmassage wird das Schröpfglas auf unversehrte Hautstellen gesetzt, die zuvor eingeölt wurden. Der Schröpfkopf wird dann über eine bestimmte Stelle verschoben, was eine stärkere durchblutungsfördernde Wirkung als eine klassische Massage hat.

Trockenes Schröpfen
Demgegenüber steht das trockene Schröpfen bzw. unblutige Schröpfen, bei dem das Schröpfglas auf unversehrte Hautstellen gesetzt wird. Seit Anfang der 2000er Jahre wird Schröpfen ohne Glas zunehmend populär. Ermöglicht wurde dies durch Applikationen aus biokompatiblem Silikon. Diese Applikationen erzeugen entweder durch Zusammendrücken und Aufsetzen ein Vakuum über der Haut, oder nehmen eine Vakuumpumpe zu Hilfe. Wird eine Vakuumpumpe verwendet, können unterschiedlichste Applikationen zum Einsatz kommen, die nur noch entfernt an „Glocken“ erinnern – z. B. eine Matte mit mehreren Saugnäpfen oder der patentierte Vierkammersauger. Außerdem ist es auf elektro-mechanischem Wege möglich, die Saugkraft regelmäßig zu erhöhen und zu verringern. Auch anatomisch schwer zugängliche Stellen am Körper können mit den flexiblen Applikationen erreicht werden.

Blutiges Schröpfen
Beim blutigen Schröpfen bzw. nassen Schröpfen wird, bevor das Glas mit Unterdruck aufgesetzt wird, die Haut z. B. mit einer Blutlanzette angeritzt. Dann zieht der Unterdruck das Blut verstärkt durch die Verletzungen heraus. Es handelt sich hierbei um eine Form des Blutenlassens.

In meiner Münchner TCM-Praxis führe ich nur die Form des Trockenen Schröpfens und der Schröpfkopfmassage durch. Blutiges Schröpfen nur nach Absprache, da hierfür extra s.g. Einmalmatherial besorgt werden muss.

Anwendungsbereiche

Besonders erfolgreich ist das Schröpfen bei folgenden Beschwerden:

  • Migräne
  • Rheuma
  • Bandscheibenbeschwerden
  • Hexenschuss
  • Kniebeschwerden
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Bluthochdruck
  • Ischias
  • Mandelbeschwerden (hierbei insbesondere in der Sonderform des Röderns)
  • Bronchitis
  • Asthma
  • Kopfschmerzen
  • Nierenschwäche
  • Wetterfühligkeit
  • Hypotonie
  • Müdigkeit
  • Depressionen
  • Schwächezuständen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Organbezogene Beschwerden
  • Fieber
  • Erkältung und Grippe